Hier findet ihr ab sofort Interviews von
verschiedenen Künstlern die wir für EUCH Interviewt
haben. Viel Spass Wünscht das CC-Team
Interviews geführt von DJ Psy.K.o (
www.2-stylerz.de )Taucher
Hier gibts das Audio Interview
Biography:
Kaum ein DJ hat bisher so sehr die
Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie DJ Taucher, der
einst in seinem sagenhaften Taucher-Outfit als Original
der allerersten Stunde auf keiner Party fehlte und
inzwischen für gehörigen Wirbel hinter den Turntables
sorgt. Sein außerordentliches Gespür für exquisite
Trance-Tunes und seine perfekte Gabe, jeder Party-Crowd
mit gefühl- und energievollen Spannungsbögen den letzten
Kick zu geben, haben ihm nach jahrelangem Touren eine
Fanbase auf der ganzen Welt beschert. Dadurch dass er
sich bei seinen Auftritten selbst lebt und jedes Set als
Performance zelebriert, verkörpert er Trance wie kein
anderer:
"Ich bin ein Schauspieler, aber ich schauspielere
nicht."
Ob er nun mit mixtechnischer Raffinesse mit dem Publikum
kommuniziert, den Abend mit coolen Outfits oder
besonderen Tanzeinlagen unterstreicht, er macht jede
Nacht zu einem Erlebnis. Dabei kann er auch schon einmal
wie im alt-ehrwürdigen Dorian Gray (Frankfurt/ Germany)
beim Mixen kopfüber von einer Stange hängen, auf
Großveranstaltungen wie der Mayday oder der Nature One
die Bühnenvorrichtungen emporklettern oder auf dem
DJ-Pult ballettähnliche Figuren darbieten. Auch wenn
Taucher inzwischen Kult-Status besitzt, er selbst sieht
sich mit seinen Fans auf einer Ebene:
"Ich war ein Raver und bleibe Raver."
Denn Taucher hat die Musik selbst von der Pike auf, vom
leidenschaftlichen Techno-Jünger zum unermüdlichen
Techno-Aktivisten, mitgemacht und in seiner bisherigen
Entwicklung alle erdenklichen Erfahrungswerte gesammelt.
Noch bevor er so 1992 aus Liebe zur Musik den
entscheidenden Schritt hinter die Turntables wagt,
organisierte er eigene Parties. Er verteilte Flyer,
klebte Plakate und sorgte mit außergewöhnlichen
Dekorationsideen, Video-Animationen,
Leinwand-Projektionen und bisher noch nie da gewesenen
Ausgehzeiten für neue Impulse in den Feier-Zentren der
Rhein-Main-Area. Aus ganz Deutschland reisten damals
beispielsweise die Raver sonntags nach Mainz, um im M an
Tauchers "Technofrühstück" teilzunehmen.
"We need some fantasy to live a life in harmony." (aus "Fantasy",
1994)
Sehr bald konnte sich auch Produzent Torsten Stenzel,
der damals schon mit dem Projekt N.U.K.E. seinen ersten
Erfolg in europäischen Charts feierte und mit Planet
Love, Liquid und Crash seine eigenen Labels am Start
hatte, dem Phänomen Taucher nicht mehr entziehen. Kaum
hatte er ihm gegenüber eine Einladung ins Studio
ausgesprochen, trafen sich die beiden zu einer ersten
Session, und der Grundstein ihrer wunderbar genialen
Freundschaft war gesetzt. Zauberhafte Klänge,
fantastische Flächen und schöne Melodien waren fortan
ihre Sprache. Ihre ersten beiden Hymnen "Happiness"
(1992) und "Atlantis" (1993) hallten dabei so laut durch
den Untergrund, dass sie 1994 bei Sony Rec. auf offenes
Gehör stießen. Mit den folgenden Singles "Fantasy"
(1994), "Infinity" (1995) und "Miracle" (1996) tauchten
die beiden schließlich so sehr auf Erfolgskurs, dass
jede Single in den Top 100 der deutschen Verkaufscharts
vertreten war. Infolgedessen stellte das Erfolgsduo 1996
erstmals sein gesamtes Werk auf einem Longplayer,
"Return To Atlantis", unter Beweis. Während damals schon
UK-Legende Paul Oakenfold an "Waters" einen so
expliziten Gefallen fand, dass er den neuen
Taucher-Track auf der vierten Ausgabe der renommierten
Mix-Compilation "Global Underground" featurete, setzt
"Return To Atlantis" mit seiner Eindringlichkeit und
Vielseitigkeit auch heute noch Maßstäbe.
Parallel zu seinen erfolgreichen Releases erarbeitete
sich Taucher einen Ruf als nationaler Top-DJ. Da ihn
jeder Club künftig in seinem Programm wissen will und er
regelmäßig auf allen nationalen Großveranstaltungen
gebucht ist, muss er an seinen Wochenenden nicht selten
die gesamte Republik durchreisen.
"Das Leben ist ein Remix."
Mit dem weltweit bekannt gewordenen Taucher-Remix zur
Single "Ayla" feierten Taucher und Stenzel zudem 1995
ihren Durchbruch als Trance-Remix-Duo. In der Folgezeit
bekamen die beiden so viele Remix-Aufträge von Faithless,
Robert Miles, Cherrymoon Trax, Culture Beat oder
ähnlichen internationalen Kult-Projekten, dass Taucher
Jahre später mit zwei Doppel-Compilations unter dem
Titel "Life Is A Remix" auf seine enorme Remix-Tätigkeit
zurückblicken konnte.
Da Tauchers Produktionen zu dieser Zeit ständig in den
heißesten UK-Clubs rotierten, kam das Inselreich ganz
besonders auf seinen Geschmack. So sehr, dass er hier
seit 1998 jeden Monat ein ganzes Wochenende zu hören ist
– und das in so klangvollen und renommierten Clubs wie
dem Gatecrasher (1998-2000), Slinky (2000-2002), Cream,
Golden und Turnmilles oder auf so angesehenen Events wie
Homelands. Gleichzeitig wurde Taucher 1998 auf dem
englischen Label Additive gesignt, wo er mit exklusiven
Releases wie Red Light District "Did You Hear Me" wahre
Clubsmasher landete. Aus diesen Gründen füllen sich
englische Szene-Mags mit Berichten über den verrückten
DJ aus Deutschland, und Taucher ist auf internationaler
Ebene kein Unbekannter mehr.
"Das einzig Beständige bei mir ist der Wechsel."
Unterdessen richtet Torsten Stenzel ein Haus mit Studio
in Ibiza ein, mit dem für die beiden die Zeit für neue
Ufer reift und sich in mehrfacher Hinsicht Änderungen
ergeben. So landet Taucher nach der Trennung von Sony
Rec. 1999 bei Polydor/ Zeitgeist und gründet noch im
selben Jahr sein eigenes Label Scuba, das über
Discomania vertrieben wird. Neben eigenen Projekten soll
Scuba vor allem neuen Talenten eine Plattform bieten und
jenen Sound abstecken, den Taucher selbst als DJ
propagiert.
"C’est bizarre!"
Während Taucher mit der neuen Single "Bizarre/ Child Of
The Universe" seine bisherige Erfolgsstory auf dem neuen
Label fortsetzt, alle Dance-Charts anführt und sich
wochenlang in den deutschen Verkaufscharts hält, setzt
er zwei ganz unterschiedliche Akzente. Zum einen
brettert nämlich "Bizarre" mit einem markanten,
französischen Sprecher und brachialer Härte durch die
Boxen, zum anderen verzückt "Child Of The Universe" mit
dem einmaligen Gesang von Dead Can Dance in einer
harmonischen Melodie- und Flächenkomposition. Die
aufwendigen Folge-Releases "Science Fiction" und
"Pictures Of A Gallery" untermauern seine produktive
Stärke und Vielseitigkeit. Da Taucher nunmehr einer der
erfolgreichsten und dienstältesten Trance-DJs und
–Produzenten in Deutschland ist, wird er 2000 zu einem
der sechs Trance Allstars, einem Gemeinschaftsprojekt,
das die Label-Grenzen von Polydor/ Zeitgeist und Kontor
übergreift und die bedeutendsten Techno- und
Trance-Klassiker remixt.
"Ich möchte lieber auf eine etwas deepere Reise gehen
als noch vor einem Jahr."
Auch als DJ, der sich inzwischen eine weltweite Fanbase
in England, in der Schweiz, in Spanien (Ibiza), in
Israel und sogar in den USA und Kanada erobert hat,
kommt ihm im selben Jahr eine besondere Ehre zuteil: Er
mixt die Ministry Of Sound-Compilation "Clubber’s Guide
To (Germany)". Dem noch nicht genug, ergeben sich aus
seinen Residencies in der New Yorker Webster Hall mit
"Live @ Webster Hall" und in der Shadow Lounge in Miami
mit "The Rebirth- 3 Year Anniversary" zwei weitere
Compilations, die in den Staaten hoch gehandelt werden.
Während sich Taucher in Deutschland mit "Trance-Allstars-Kommerz-Trance-Produktionen"
in den Charts befindet, wendet er sich als DJ bewusst
undergroundigeren Tönen zu und ändert seinen Stil von
energetischen Trance-Tunes zu progressiveren
Trance-Welten. Seine Internationalität stellt er fortan
mit regelmäßigen Tourneen durch Asien, Australien und
Südamerika unter Beweis. Der bunte Hund Taucher ist also
nicht mehr aus der Welt der Musik wegzudenken.
Trotz seiner permanenten Vielfliegerei findet sich
Taucher alle zwei bis drei Wochen in Torstens Studio in
Ibiza ein, um an dem zweiten Album "Ebbe & Flut" zu
arbeiten. Die beiden scheuen weder Kosten noch Mühen und
lassen durch das Engagement zusätzlicher Künstler und
durch die Einflüsse verschiedener Stile eine Synthese
elektronischer und akustischer Musik entstehen, die dem
Tanz- und dem Hörerlebnis eines solchen Albums eine neue
Dimension verleiht. Unter dem Titel "High Tide & Low
Tide" erblickt dieses sogar das Licht der amerikanischen
Welt. Auch nach ihrem zweiten Album gönnen sich die
beiden unermüdlichen Studio-Tüftler keine Pause. U.a.
leisten sie als Diver & Ace auf Alphabet City und als
BEST (=BEck & STenzel) Company auf dem Schweizer Label
Sirup musikalische Höchstarbeit und strecken mit
außergewöhnlichen Hit-Singles wie "Millenium Bitch" ihre
Fühler in die unterschiedlichsten Bereiche des
Dance-Sektors. Mit der Liebhaber-CD "Adult Trance" hat
Taucher darüber hinaus nun auch eine eigene
Mix-Compilation, in der er mit neuartigen Sounds und
internationalen Newcomern für Qualität und Innovation
bürgt und Sammlerherzen ein weiteres Mal mit ihrer
erfinderischen, äußeren Gestaltung höher schlagen lässt.